Was Feedback für junge Menschen wirklich bedeutet
Feedback ist für viele Auszubildende ein soziales Signal. Es zeigt: Ich werde gesehen. Ich gehöre dazu. Ich kann mich sicher zeigen, Fragen stellen und auch mal Fehler machen. In der Forschung nennt man das psychologische Sicherheit. Teams lernen messbar besser, wenn sich Mitglieder sicher fühlen, offen zu sprechen und Risiken einzugehen.
Likes im Alltag, Stille im Betrieb?
Gen Z und Gen Alpha sind mit unmittelbaren Rückmeldungen groß geworden. Likes, Kommentare und Reaktionen sind fester Teil des Alltags. Die JIM Studie 2024 zeigt: WhatsApp, Instagram und TikTok werden von Jugendlichen sehr häufig sogar mehrmals täglich genutzt und die tägliche Onlinezeit liegt bei rund 201 Minuten. Das prägt Erwartung und Tempo, in dem Rückmeldungen als normal empfunden werden.
Kurz gesagt: Wer täglich viele kleine Signale gewöhnt ist, erwartet im Ausbildungsbetrieb keine Funkstille.
Mehr Kommunikationsbedarf und Klarheit
Im Vergleich zu früheren Jahrgängen bringen Gen Z und Gen Alpha mehr Kommunikationsbedarf mit. Sie erwarten klar benannte Erwartungen, einen verständlichen Sinnkontext mit der Antwort auf die Frage, warum das jetzt wichtig ist und wozu ihr Beitrag zählt, sowie regelmäßiges Feedback. Durch ihren Erziehungsstil sind sie gewohnt, auf Augenhöhe behandelt zu werden, nach ihrer Meinung gefragt zu werden und verlässlich Rückmeldungen zu erhalten. Genau dieses Feedback gibt ihnen Sicherheit.
Wie Unternehmen von einer starken Feedbackkultur profitieren
Es geht nicht um Dauerlob. Es geht um Klarheit, Orientierung und Wertschätzung.
Regelmäßiges, hilfreiches Feedback hebt Leistung und Bindung. Gallup zeigt etwa, dass Beschäftigte deutlich engagierter sind, wenn sie häufig sinnvolles Feedback erhalten.
In der dualen Ausbildung zählt vor allem die Verlässlichkeit und Häufigkeit von Rückmeldungen. Laut dem DGB Ausbildungsreport 2024, bewerten Azubis die fachliche Qualität deutlich häufiger als gut oder sehr gut, wenn sie mindestens einmal im Monat persönliches Feedback erhalten. Trotzdem geschieht das in vielen Unternehmen viel zu selten.
Entwicklung ist zudem ein Top Grund für die Arbeitgeberwahl junger Menschen. Die Deloitte Studie 2025 nennt Lernen und Entwicklung unter den wichtigsten Motiven der Gen Z. Wer Mentoring und klare Lernpfade bietet, punktet im Recruiting und in der Bindung.
Tipps zum Mitnehmen für den Ausbildungsalltag
- Richtig Feedback geben: Beschreibe, wie Du Du die Situation wahrnimmst, wie das auf Dich wirkt und was Du Dir für die Zukunft von Deinem Azubi wünschst. Wir empfehlen hier den Feedback-Walzer.
- Regelmäßige Feedbackschleifen planen: Ein kurzes Feedback am Freitag kann dem Azubi dabei helfen, die Woche zu reflektieren.
- Bitte privat: Feedbackgespräche sollten unter vier Augen und nicht vor versammelter Mannschaft geführt werden.
Du bist selbst Ausbilder*in und wünscht Dir mehr Entlastung in Deinem Arbeitsalltag?
Quellen
- Feierabend, S., Rathgeb, T., Gerigk, Y. und Glöckler, S. (2024): JIM-Studie 2024. Jugend, Information, Medien. Online abrufbar unter: https://mpfs.de/app/uploads/2024/11/JIM_2024_PDF_barrierearm.pdf
- McLain, D. und Nelson, B.(2022): How Effective Feedback Fuels Performance. Online abrufbar unter: https://www.gallup.com/workplace/357764/fast-feedback-fuels-performance.aspx
- DGB Jugend: Ausbildungsreport 2024: Überblick. Online unter: https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Studien/DGB-Jugend-Ausbildungsreport_2024_%C3%9Cberblick.pdf
- Gallup 2024: Organizations Can Redefine Feedback by Including Recognition. Online unter: https://www.gallup.com/workplace/651812/organizations-redefine-feedback-including-recognition.aspx




